Ilka

2003 kam ich aus beruflichen Gründen nach Bremerhaven.

Frisch vom Studium war ich an regelmäßiges Jazzdance-Training gewöhnt und machte mich auf die Suche nach einem Ausgleichssport hier in der Seestadt.

Dabei erfuhr ich, dass Bremerhaven als Tanzstadt einige Berühmtheit hat und wollte natürlich von den Profis lernen. Leider lebte mein Partner nicht mit in der Stadt, wodurch Standardtanz für mich nicht in Frage kam. Bei meinen Versuchen klassischen Jazzdance fortzuführen bin ich dann leider in einer Gruppe von Jugendlichen gelandet, die fast meine Kinder hätten sein können. Dementsprechend waren auch die Choreographien ein wenig, ähm kindisch. Das war also auch nichts.

Ein wenig demotiviert, und eigentlich viel zu beschäftigt mit neuem Job, neuem Umfeld und Umzugsstress, widmete ich mich der Einrichtung meiner Wohnung. Eines schönen Wochenendes strich ich meine neuen alten Küchenmöbel auf dem Balkon meiner Leher Wohnung an. Da hörte ich plötzlich exotische Klänge: Spanischer Flamenco. Neugierig geworden ging ich der Musik nach und fand mich mitten im Spanischen Fest des Spanischen Vereins in der Meidestrasse / Goethestrasse wieder.

Leider war die Tanzaufführung grad zu Ende gegangen. Ich wollte schon wieder zurück nach Hause trotten, als neue wieder exotische, sehr rhythmische und mitreißende Musik erklang: diesmal Irische Folkmusik. Als dann sogar noch eine Gruppe Tänzerinnen in schönen irisch-grünen Röcken die Bühne erklommen und wie echte Riverdancer losklapperten, war ich begeistert.

Dazu kam noch ein junger Mann mit toller irischer Haartracht und einem feschen irisch-grünen Elfensamthemd. Es folgten einige feurige Tänze mit viel Esprit vorgetragen von jüngeren und älteren Tänzern gemeinsam: Einfach herrlich anzusehen und anzuhören.

Ich war mir nicht sicher, ob man solche Bühnenstars einfach ansprechen kann, war zudem neu in der Stadt und sehr schüchtern.

Nach einem Teller Paella und einigen Augenblicken Herumgedruckse, fasste ich mir ein Herz und fragte: "Kann man bei Euch mitmachen?".

Als die Antwort "Ja, klar." ohne Zögern zurückkam, wusste ich, das werde ich versuchen.

Seitdem bin ich anfangs einmal pro Woche, später zweimal pro Woche mit von der Partie, über Schritt um Schritt, Choreographie um Choreographie und bin sehr gespannt was noch alles Neues dazu kommt.

Die tolle irische Musik, die ja wirklich jedermanns Beine wippen lässt, hilft mir sehr mich sportlich und gleichzeitig künstlerisch zu betätigen. Gemeinsam mit Freunden und Musik kommt mir die körperliche Anstrengung wie Wellness vor.